Sechsfach abkassiert: Wie fossile Energie Verbraucher systematisch zur Kasse bittet

Ein Beitrag von

Werner Hoffmann.

„Wir Verbraucher zahlen 6-mal für die fossile Energie“ – ein Satz, der zunächst übertrieben klingt, bei genauerem Hinsehen jedoch erschreckend real ist. Denn fossile Energie ist nicht nur an der Zapfsäule oder auf der Heizkostenabrechnung teuer. Sie belastet uns an vielen Stellen gleichzeitig – oft unsichtbar und langfristig.

Der erste Kostenblock entsteht bereits vor der eigentlichen Nutzung: der Aufbau der Infrastruktur. Pipelines, Raffinerien, Tanklager und Kraftwerke werden über Jahre hinweg aufgebaut und finanziert. Diese Investitionen werden letztlich in die Preise einkalkuliert und auch durch staatliche Mittel unterstützt – also durch Steuergelder.

Der zweite Kostenfaktor sind direkte und indirekte Subventionen während der Nutzung. Fossile Energieträger profitieren seit Jahrzehnten von steuerlichen Vorteilen, staatlichen Förderungen und politischen Rahmenbedingungen, die ihre Nutzung künstlich günstig erscheinen lassen. Doch „günstig“ ist hier nur eine Illusion – die Rechnung wird an anderer Stelle präsentiert.

Drittens folgen die sogenannten Nachlaufkosten: Rückbau von Anlagen, Renaturierung zerstörter Flächen oder – besonders drastisch – die jahrzehntelange Finanzierung von Zwischen- und Endlagern bei der Atomkraft. Diese Kosten werden häufig nicht von den Verursachern getragen, sondern auf die Allgemeinheit abgewälzt.

Viertens entstehen massive Umweltschäden. Klimawandel, Extremwetter, Luftverschmutzung und gesundheitliche Folgen führen nicht nur zu steigenden staatlichen Ausgaben, sondern auch zu höheren Versicherungsbeiträgen. Auch diese Kosten tragen wir – als Verbraucher und als Gesellschaft.

Fünftens: Die fossile Lobby schützt ihr System aktiv. Dezentrale Energieformen wie private Photovoltaikanlagen oder kommunale Windräder werden politisch und regulatorisch oft benachteiligt, ausgebremst oder wirtschaftlich unattraktiver gemacht. So bleibt die Abhängigkeit von fossilen Strukturen künstlich bestehen.

Und schließlich der sechste Punkt: Steuervermeidung. Große Energiekonzerne nutzen internationale Konstruktionen wie Lizenzverträge oder Gewinnabführungen ins Ausland, um ihre Steuerlast in Deutschland zu minimieren. Gewinne werden verschoben – die Belastung bleibt hier.

Das Ergebnis ist ein perfides System: Der Verbraucher zahlt mehrfach – direkt an der Tankstelle, indirekt über Steuern und zusätzlich über steigende Versicherungsbeiträge und Lebenshaltungskosten. Gleichzeitig profitieren Konzerne und politische Unterstützer von einem System, das auf fossiler Abhängigkeit basiert.

Wer also behauptet, die Energiewende sei zu teuer, sollte sich fragen: Wie teuer ist es wirklich, am Alten festzuhalten?

Die Abartigkeit der CDU/CSU wird nur noch durch die FDP und AfD übertroffen.

Eine Frage zum Schluss: 

Gehörte bei der damaligen Vergütung von Friedrich Merz nicht auch eine Aktienbeteiligung, Optionen oder Optionsscheine an BlackRock zur Bezahlung?

Wäre es denn dann nicht leicht erklärbar, warum Friedrich Merz weiter ein mittelbarer Lobbyvertreter von Atomenergie, Energiekonzerne und der fossilen Lobby bleibt? 

Oder hat er solche Beteiligungen selbst erworben und auf Frau und Kinder übertragen?

#Energiewende #FossileEnergie #Klimakrise #Subventionen #Steuergerechtigkeit

Energie-Lüge entlarvt Warum nicht die Energiewende sondern fossile Abhängigkeit uns Milliarden kostet

Ein Beitrag von

Claudia Kemfert.

Benzin zu teuer, Heizkosten explodieren, Stromrechnung unverständlich – und schuld soll die Energiewende sein?

Das höre ich seit 30 Jahren. Und es ist falsch.

Nicht die Energiewende ist teuer – sondern das Festhalten an fossiler Energie.

Im Gespräch mit Martin Tillich bei Utopia geht es um vier zentrale Mythen, die die Debatte verzerren:

„Die Energiewende ist zu teuer“ – tatsächlich zahlen wir heute für fossile Abhängigkeiten und über 80 Milliarden Euro Subventionen jährlich

„Wärmepumpen sind ideologisch“ – dabei sind sie eine effiziente und kostensparende Technologie

„Ohne Atomkraft geht es nicht“ – eine teure Phantomdebatte ohne Lösung für ein erneuerbares System

„Dunkelflaute gleich Blackout“ – falsch Mit Netzen Speichern und europäischem Verbund ist Versorgung gesichert

Die entscheidende Frage lautet
Was kostet uns das Nichtstun

Klimaschutz wirtschaftliche Stärke und Versorgungssicherheit gehören zusammen

Mehr dazu auch in meinem Buch Kurzschluss

Hier geht es zum Interview


Link —> https://utopia.de/claudia-kemfert-nicht-die-energiewende-ist-teuer-sondern-das-festhalten-an-fossiler-energie_917242/

Ein Kommentar von

Werner Hoffmann Überzeugter demokratischer Europäer
Werner Hoffmann.
– Überzeugter demokratischer Europäer.-

Das Interview ist wie immer interessant und macht deutlich, dass die Fossile Energie extrem teuer ist.

Oft wird diese fossile Energie nicht nur durch den direkten Kaufpreis bezahlt, sondern

– vorgelagert durch Investitionen (Aufbau der Infrastruktur)

– Subventionen in der Nutzungsphase

– und anschließend durch nachgelagerte Finanzierung der Folgeschäden (Rückbau oder bei Atomkraft die Kosten für Zwischen- und Endlagerung).

Die Energiekonzerne rechnen sich hier noch zusätzlich arm, indem für die Gewinne in Deutschland nicht einmal Steuern gezahlt werden (durch Lizenzverträge oder Gewinn-Abführung-Verträge ins Ausland).

Bezahlen tut dies der Verbraucher und dann nochmals der Verbraucher als Steuerzahler.

Und bestimmte Politiker fördern dieses Spiel.

#Energiewende #Kurzschluss #Klimaschutz #Energiepreise #Transformation #ErneuerbareEnergien #Wärmepumpe #Energiepolitik

Katherina Reiche – Wie eine fossile Lobbyistin die Energiewende sabotiert!

Zum Vorlesen

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Ein Beitrag von

Werner Hoffmann

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Was Katherina Reiche angeht, so wundert mich bei dieser Frau nichts mehr.

Sie ist und bleibt eine Lobbyistin der fossilen Energie und der Gaslobby.

In meinen Augen „eiskalt“ und perfide im Verhalten.

Sie hatte es schon mal geschafft, über die Probleme der Umwelt im Zusammenhang mit ihren Kindern zu berichten, dass man ja die Welt für die Kinder auch erhalten sollte.

Im nächsten Atemzug förderte sie schon wieder die fossile Energie und drehte damals der Solarbranche den Hahn ab.

Hunderttausende von Arbeitsplätzen sind damals vernichtet worden. Sie war zu dieser Zeit Staatssekretärin bei Altmaier.

Und die Konsequenz:

Die Solarbranche ist heute in China eine tragende Wirtschaftssäule.

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Anschließend wechselte sie in die Gaslobby und kehrte dieses Jahr zurück in die Bundesregierung – als Bundeswirtschaftsministerin.

Ihr Ziel ist es, durchgängig die erneuerbare Energie zu vernichten, mindestens aber auszubremsen.

Ihre Schritte hierzu sind perfide und nicht hinnehmbar.

Die Kosten werden sich dabei auf mehr als Spahn plus Scheuer belaufen. So „billig“ wie bei den beiden zusammen – 3,8 Milliarden € – werden wir dieses Mal nicht davonkommen.


Ein Beitrag von

Mirko Lange.

Wie Christian Stöcker im SPIEGEL berichtet, hat die Bundesnetzagentur gerade einen Versorgungssicherheitsbericht vorgelegt, der eigentlich Orientierung für die Stromzukunft bieten soll.

Doch eine zentrale Technik fehlt fast völlig: Batteriespeicher. Ausgerechnet jene Technologie, die weltweit am schnellsten wächst, wird praktisch ausgeblendet.

Realität
Seit Anfang 2024 hat sich die Großspeicherkapazität in Deutschland fast verdoppelt: von 1,5 auf knapp 3 GWh.

Heimspeicher boomen, Unternehmen investieren Milliarden.

Weltweit geht es noch schneller.

Batterien sind längst kein Randthema mehr, sondern ein Schlüssel für die Energiewende, für Netzstabilität und für bezahlbaren Strom.

Das Modell
Der Bericht tut so, als gäbe es dieses Wachstum nicht.

Für 2035 wird schlicht kein Zubau angenommen, teilweise sogar Rückbau.

In einer Fußnote wird schamhaft vermerkt, dass sich in der Realität das Gegenteil abzeichnet.

Mit anderen Worten: Das offizielle Modell beschreibt eine Zukunft, die schon heute widerlegt ist.

Absicht?
Die Bundesnetzagentur erklärt das mit „Modellergebnissen“, die im Ministerium abgestimmt wurden.

Klingt technokratisch, ist aber politisch.

Denn wer Speicher ausblendet, schafft ein Narrativ:

Sie sind unbedeutend, wir brauchen Gas. Was wie ein Rechenfehler aussieht, wird so zur strategischen Weichenstellung.

Framing
Für Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ist der Bericht eine Steilvorlage.

Sie erklärt, Deutschland müsse neue steuerbare Kapazitäten aufbauen, „insbesondere Gaskraftwerke“.

Dass Speicher flexibler, günstiger und privat finanzierbar wären, bleibt unerwähnt. Die Lesart ist klar: Gas wird politisch bevorzugt.

Desinformation
Das ist keine plumpe Lüge, sondern eine elegante Form staatlicher Desinformation.

Nicht das Falsche wird behauptet, sondern das Richtige weggelassen.

Ein Lückentext, wie der SPIEGEL schreibt. Wer sich darauf verlässt, übernimmt eine Erzählung, die den Interessen der Gaswirtschaft dient, nicht den Fakten.

Folgen
Die Konsequenz:

Milliarden für fossile Infrastruktur, die bald keiner mehr braucht.

Speicherprojekte dagegen werden ausgebremst, durch Genehmigungshürden und politisches Desinteresse.

Für Investoren ist das ein fatales Signal:

Wer heute Speicher baut, kämpft nicht nur mit Technik, sondern mit der Politik.

Muster
Der Fall zeigt, wie Desinformation heute funktioniert.

Sie kommt nicht nur von Populisten oder Trollfabriken.

Sie kann auch staatlich sein: subtil, technokratisch, im Layout seriöser Behördenberichte.

Gerade dadurch wirkt sie so gefährlich, weil sie Vertrauen in demokratische Institutionen untergräbt.

Die Pflicht
Demokratie lebt von Wahrhaftigkeit.

Wenn die Politik Entscheidungen auf Basis von Berichten trifft, die zentrale Realitäten ignorieren, ist das nicht mehr Analyse, sondern Manipulation.

Staatliche Desinformation schwächt Demokratie, egal, ob sie bewusst oder aus Trägheit geschieht.

Gas ist nicht die Zukunft. Desinformation auch nicht.


Ein Beitrag von

Christian Stöcker (SPIEGEL).

Kolumne:
„Wenn das Wirtschaftsministerium Entscheidungen auf Basis von Modellen trifft, die enorme Marktumwälzungen vollständig ausblenden, kann das nicht gut gehen.

Genau das will Katherina Reiche aber augenscheinlich unbedingt. Nichts wächst im Energiebereich global so schnell wie Batteriespeicher.

Doch die Projektion der Bundesnetzagentur sieht für 2035 sogar weniger Batteriespeicher im deutschen Netz vor, als schon existieren.

Aus schlechten Modellen wird keine gute Politik.“

SPIEGEL-Artikel von Christian Stöcker

Quelle: siehe unten *


Ein Kommentar von Werner Hoffmann

Interessant ist hierzu auch der Podcast von n-tv mit Hans-Josef Fell, der Frau Reiche seit vielen Jahren auch aus Ausschusssitzungen kennt.

Der Podcast ist auf der Internetseite zu finden:

Beschreibung des Podcasts:

Hans-Josef Fell ist überzeugt: Wirtschaftsministerin Katherina
Reiche möchte die Wirtschaft der erneuerbaren Energien
unwirtschaftlich machen.

Wie kommt der Grünen-Politiker darauf? Fell ist 1998 gemeinsam
mit Reiche in den Bundestag eingezogen. Anschließend saßen sie
unter anderem zusammen im Umweltausschuss und im
Forschungsausschuss. „Ich habe sie als Politikerin kennengelernt,
die erneuerbare Energien immer als zu teuer kritisiert hat“, sagt
Fell heute.

Fell ist überzeugt, dass sich an dieser Grundhaltung nichts
geändert hat. Sein Beweis? „Das Büro für Technikfolgenabschätzung
hat im Bundestag schon 2010 ein Gutachten vorgelegt,
wie man die Versorgung in Dunkelflauten sicherstellen kann – ohne
Gaskraftwerke.“

Quellen:

*Spiegel www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/katherina-reiche-bericht-zur-strom-zukunft-ignoriert-die-wachstumsstaerkste-technik-a-17f889e0-9300-4e4a-b3ea-2ca0244e1c5e

** Podcast
https://www.podcast.de/episode/693738681/katherina-reiche-weiss-seit-20-jahren-dass-es-ohne-gaskraftwerke-geht-hans-josef-fell-klima-labor

#Klimapolitik #Gaslobby #Energiewende #Desinformation #KatherinaReiche